Der Fischfluss-Canyon im Süden Namibias gilt gemeinhin als zweitgrößter Canyon der Erde nach dem Grand Canyon: etwa 160 km lang, bis 27 km breit und 550 m tief. Er entstand durch tektonischen Einbruch und Flusserosion über Hunderte Millionen Jahre, und der Fluss selbst führt heute nur nach den Sommerregen Wasser.
Aussichtspunkte
Der Hauptpunkt liegt bei Hobas, wo ein kurzer Weg an den Rand über der hufeisenförmigen Schleife führt, die auf jedem Foto erscheint. Mehrere weitere Punkte liegen an der Randpiste, alle auf Schotter. Sonnenauf- und -untergang zeigen die Tiefe, der Mittag ebnet alles ein. Es gibt keine Geländer, und der Absturz beginnt sofort.
Der Wanderweg
Fünfundachtzig Kilometer von Hobas nach Ai-Ais, vier bis fünf Tage, ohne Versorgung. Er ist einer der härtesten Wege im südlichen Afrika: streckenweise kein markierter Pfad, Blockfelder, Tiefsand, Wasser getragen oder aus Tümpeln geschöpft, und nach dem Abstieg gibt es keinen Ausstieg. Permits werden nur zwischen dem 1. Mai und dem 15. September ausgegeben, nur an Gruppen ab drei Personen und nur mit einem ärztlichen Attest, das nicht älter als vierzig Tage ist. Ausserhalb dieses Fensters machen Hitze und Sturzfluten die Route tödlich.
Ai-Ais
Am Südende des Canyons treten heiße Quellen mit 60 Grad aus und speisen eine Anlage mit Becken, Campingplatz und Chalets. Für Wanderer ist es das Ziel, für alle anderen ein Übernachtungsort vor der Weiterfahrt.
Lüderitz und Kolmanskuppe
Zweihundert Kilometer westlich an der Küste liegt Lüderitz, eine deutsche Kolonialstadt mit Jugendstilhäusern auf nacktem Fels, vom Wind gebeutelt. Zehn Kilometer landeinwärts wurde Kolmanskuppe nach 1908 als Diamantenstadt reich, mit Ballsaal, Eisfabrik und der ersten Röntgenstation im südlichen Afrika, und 1956 aufgegeben. Die Wüste hat die Häuser seither bis Fensterhöhe mit Sand gefüllt. Permits gibt es am Tor, Fotopermits erlauben Zutritt vor der Öffnung.
Das Sperrgebiet
Das Diamantengebiet südlich von Lüderitz war ein Jahrhundert lang völlig gesperrt und öffnet sich heute als Tsau-Khaeb-Nationalpark langsam und teilweise. Vieles bleibt untersagt; fahren Sie ohne lizenzierten Betreiber nicht hinein.
Praxis
Der Süden ist selbst für namibische Verhältnisse leer. Treibstoff gibt es in Seeheim, Bethanien, Aus und Keetmanshoop. Die Wildpferde der Namib sieht man an der Wasserstelle Garub bei Aus, und der Köcherbaumwald bei Keetmanshoop ist ein Nationaldenkmal aus rund 250 Aloen.