Der Nordwesten Namibias hat weniger als zwei Menschen pro Quadratkilometer. Es gibt kaum Teerstraßen, keine Zäune und sehr wenig Wasser. Zugleich ist es die Heimat der Himba, eines halbnomadischen Volkes von etwa 50 000 Menschen, das seine Hirtenkultur vollständiger bewahrt hat als fast jede andere Gruppe im südlichen Afrika.
Die Himba
Himba-Frauen reiben Haut und geflochtenes Haar mit Otjize ein, einer Paste aus Butterfett und rotem Ocker, die vor Sonne und Insekten schützt und die charakteristische Farbe gibt. Wohlstand wird in Rindern gemessen, und die Gehöfte ziehen mit der Weide um. Die Gemeinschaft ist kein Museum: Menschen haben Telefone, Kinder besuchen mobile Schulen, und manche Haushalte leben zwischen Stadt und Viehposten.
Richtig besuchen
Dorfbesuche sind eine wichtige Einkommensquelle und willkommen, wenn sie richtig ablaufen. Fahren Sie mit einem Führer aus der Gemeinschaft statt mit einem unbekannten Vermittler, vereinbaren Sie den Beitrag vorher und bringen Sie Nützliches wie Maismehl, Zucker oder Speiseöl mit statt Süßigkeiten. Fragen Sie immer, bevor Sie jemanden fotografieren, und akzeptieren Sie ein Nein. Fotografieren Sie nicht im Bereich des heiligen Feuers zwischen dem Haus des Ältesten und dem Viehkraal, und gehen Sie nie zwischen Feuer und Eingang hindurch.
Opuwo
Die Regionalhauptstadt und der letzte Ort mit Tankstelle, Geldautomat und Supermarkt. Eine echte Grenzstadt, in der Himba, Herero und Zemba nebeneinander einkaufen. Decken Sie sich hier für alles Weitere ein.
Die Epupa-Fälle
Der Kunene stürzt auf einer Breite von einem halben Kilometer rund 60 m in Kaskaden hinab, gerahmt von Baobabs und Makalanipalmen, mit Angola am anderen Ufer. Campingplätze liegen im Palmenschatten am Wasser. Krokodile sind vorhanden, Schwimmen ist unklug; die Becken oberhalb der Fälle werden genutzt, aber Einheimische sagen Ihnen, welche. Die Fahrt von Opuwo dauert drei bis vier Stunden auf grober Piste.
Die weiten Routen
Der Van-Zyl-Pass ist eine Einbahnabfahrt in das Marienflusstal und zählt zu den anspruchsvollsten Allradrouten im südlichen Afrika; sie verlangt mindestens zwei Fahrzeuge, Bergegerät und Erfahrung. Dahinter ziehen Marienfluss und Hartmanntal in völliger Leere nach Norden zum Fluss. Hier wird nicht improvisiert.
Praxis
Nehmen Sie Reservetreibstoff, Wasser für mehrere Tage, zwei Ersatzreifen und ein Satellitengerät mit. Zwischen Tankstellen liegen über 300 km. Reisen Sie in der Trockenzeit; nach den Sommerregen werden die Flüsse hier unpassierbar. Wer keine Wüstenerfahrung hat, bucht sinnvollerweise eine geführte Tour.