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Namibische Küche: Wild, Kapana und deutsche Überbleibsel

Redaktion · 09.08.2026

Das Essen in Namibia teilt sich in drei Stränge: die Getreidegerichte der Bevölkerung im Norden, die mit Südafrika geteilte Fleischkultur und ein deutscher Kolonialrest, der in Bäckereien, Brauereien und Metzgereien überlebt hat. Sehr wenig davon ist scharf, und fast alles enthält Fleisch.

Kapana

Das zentrale Straßenessen, verkauft auf offenen Märkten und vor allem in den Single Quarters in Katutura. Rindfleisch wird über offenem Feuer gegrillt, an Ort und Stelle mit dem Messer zerteilt und auf einem Stück Papier gereicht. Man tunkt es in eine Mischung aus Chili und Salz und isst im Stehen. Die Verkäufer werben lautstark, und das Ganze läuft über Bargeld, Tempo und Vertrauen.

Wild

Oryx, Kudu, Springbock, Eland und Zebra stehen überall auf der Karte, meist aus Farmhaltung statt aus freier Wildbahn. Oryx ist mager und dunkel, Kudu milder und das beliebteste Steak des Landes. Wild ist hier nichts Exotisches, sondern gewöhnliches Farmfleisch und vielerorts billiger als Rind.

Biltong und Droewors

Luftgetrocknetes, gepökeltes Fleisch in Scheiben oder Stangen, an jeder Tankstelle erhältlich, aus Rind oder Wild. Droewors ist die Wurstvariante. Das essen Namibier auf langen Fahrten, und bei diesen Entfernungen ist das relevant.

Oshifima und Mahangu

Im Norden ist ein fester Brei aus Mahangu, also Perlhirse, das tägliche Grundnahrungsmittel, von Hand gestampft und mit einer Beilage aus Fleisch, Blattgemüse oder Trockenfisch gegessen. Oshikundu ist ein leicht vergorenes Mahangugetränk, säuerlich und schwach alkoholisch. Mopanewürmer, die Raupen des Kaiserfalters, werden getrocknet und gebraten und sind eine echte Delikatesse, keine Mutprobe.

Die Küste

Der Benguelastrom macht Walvis Bay zu einem der besten Austerngebiete überhaupt, denn die Austern erreichen Marktgröße in acht statt in vierundzwanzig Monaten. Sie sind hervorragend und absurd günstig. Von derselben Küste kommen Kabeljou und Seezunge. Die Bäckereien in Swakopmund backen weiterhin Schwarzwälder Kirschtorte und Strudel, und namibisches Bier folgt dem Reinheitsgebot.

Getränke

Windhoek Lager und Tafel sind die Nationalbiere. Die Weinkarten sind südafrikanisch dominiert. Nach dem Essen kommen Amarula und Fruchtliköre. Leitungswasser ist in den größeren Orten sicher; im Hinterland fragen und Brunnenwasser im Zweifel aufbereiten.

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