Windhoek liegt fast genau in der Mitte Namibias, in einem Becken auf etwa 1700 m, umgeben von Hügeln. Rund 450 000 Menschen leben hier, etwa ein Sechstel der Landesbevölkerung, und praktisch jeder Besucher kommt durch, denn Flughafen, Mietwagenstationen und die Supermärkte für den Proviant sind hier.
Der koloniale Kern
Die Christuskirche, 1910 geweiht, eine Mischung aus Neuromanik und Jugendstil, steht auf einer Verkehrsinsel und ist das Wahrzeichen der Stadt. Dahinter liegt der Tintenpalast, 1913 als Kolonialverwaltung errichtet und heute Parlament, mit öffentlich zugänglichen Gärten. Drei kleine Schlösser desselben Architekten blicken vom Hang auf das Zentrum.
Unabhängigkeitsmuseum
2014 eröffnet, vom nordkoreanischen Mansudae-Studio entworfen und gebaut, in jeder Hinsicht unübersehbar: ein Turm aus Gold und Glas an der Stelle des abgetragenen kolonialen Reiterdenkmals. Drei Etagen behandeln Kolonialzeit, den Völkermord von 1904 bis 1908, den Befreiungskampf und die Unabhängigkeit von 1990. Das Café im obersten Geschoss hat die beste Aussicht der Stadt, der Eintritt ist frei.
Katutura
Das Township entstand 1959, als die schwarze Bevölkerung zwangsweise aus der alten Location verlegt wurde; der Name bedeutet der Ort, an dem wir nicht wohnen wollen. Heute ist es ein großer und lebendiger Stadtteil. Geführte Touren gehen zum Markt Single Quarters, wo Kapana, über offener Glut gegrilltes und auf Bestellung geschnittenes Fleisch, das Straßenessen Windhoeks ist.
Essen und Einkaufen
Windhoek isst Wild: Oryx, Kudu und Springbock stehen auf fast jeder Karte, daneben deutsche Gerichte, die mit der Kolonie kamen und blieben. Joe Beerhouse ist die Institution; das Namibia Craft Centre in der alten Brauerei ist die beste Adresse für Körbe, Himba-Schmuck und San-Kunsthandwerk mit klarer Herkunft. Namibisches Bier wird nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut, was die Etiketten ausführlich erklären.
Tagesausflüge
Das Wildreservat Daan Viljoen liegt zwanzig Minuten entfernt und hat Zebras, Kudus und Giraffen sowie Wanderwege ohne Raubtiere. Okapuka und andere Gästefarmen liegen innerhalb einer Stunde und eignen sich für die erste oder letzte Nacht.
Praxis
Der Flughafen Hosea Kutako liegt 45 km östlich, die Fahrt dauert vierzig Minuten. Hier übernimmt man den Mietwagen und kauft alles für den Norden: Geschäfte ausserhalb der Hauptstadt sind begrenzt. Tagsüber ist die Stadt nach regionalem Maßstab sicher; nachts Taxi nehmen und im Zentrum keine Wertsachen zeigen.